Elektrische Wechselfelder
Niederfrequente elektrische Wechselfelder breiten sich um alle spannungsführenden Leitungen, aber auch anderen leitfähigen Materialien, aus.
Schlafen unter Hochspannung
Sie sind gerade im Schlafbereich ein großer Störfaktor, denn sie verursachen dem Menschen, an dem sie ankoppeln, Stress. Die elektrischen Feldlinien haben das bestreben sich gegen Erdpotential, gerne auch mit dem Umweg über den menschlichen Körper, auszugleichen. Sie »wandern« von allen unter Spannung stehenden Kabeln und Leitungen oder sonstiges in den Raum und suchen Erdpotential. Es ist hierbei nicht notwendig, dass ein Verbraucher eingeschaltet ist, allein das »unter Spannung stehen« reicht aus. Liegt der Mensch nun in seinem Bett, koppelt der Körper an diese Feldlinien an und wird selbst »unter Spannung« gesetzt.
Diese Spannungen sind manchmal so hoch, dass ein handelsüblicher
Spannungsprüfer auf der Nasenspitze leuchtet. Aber auch wenn er nicht
leuchtet, kann die Körperankoppelspannung viel zu hoch sein.
Drastisch überschrittene Richtwerte
Die Körperspannung wird mittels einer Handsonde über ein Voltmeter
gegen »Erde« gemessen. Die baubiologische Richtwertempfehlung für
diese Messung liegt bei max. 10 Millivolt (mV). In jedem
durchschnittlichen Schlafraum werden bei der Hausuntersuchung zwischen
500 und 5.000 mV gemessen, aber auch Spitzenmessungen mit 16.000 und
35.000 mV sind schon vorgekommen.
Nur Sie selbst können sich helfen
Die Felder, die solche Ankoppelspannungen verursachen, sind zu 100 % technischer Art. In der Natur kommen solche Felder nicht vor. Deshalb haben weder Mensch noch Tier für solche Felder Sensoren entwickelt. Der rasante technische Fortschritt lässt keine Zeit für Anpassung, leider auch nicht für vernünftige Forschung im Vorfeld, so dass in der Vergangenheit schon häufig erst nach Jahrzehnten langer Qual von Mensch und Tier und auch erst dann, wenn die Industrie Ausweichprodukte liefern konnte, Dinge als gesundheitsschädlich eingestuft und entsprechend reglementiert oder abgeschafft worden sind.
Erwarten Sie also von Seiten der Industrie und der Politik keine Hilfe. Nur Sie selbst können sich helfen, indem Sie die Gefahrenquellen ausschalten.
Niederfrequente elektrische Wechselfelder sind in den allermeisten
Schlafräumen eine große Belastung. Die Sanierung der Felder ist
allerdings meistens die einfachste aller Sanierungen. Wie groß die
elektrischen Feldstärken in Ihrem Schlafraum sind verrät Ihnen gerne
Ihr Baubiologe.
So schützen Sie sich vor niederfrequenten Wechselfeldern
Ob Sie den Stecker richtig oder »falsch herum« in die Steckdose stecken, hat auf die Funktion des Elektrogeräts keine Auswirkung: wohl aber auf Ihre Gesundheit. Denn die Richtung, in welcher ein Stecker die Steckdose kontaktiert, kann einen gravierenden Einfluss auf die Körperankoppelspannung haben.
Da bei uns in Deutschland die Stecker gegen »falsches« Einstecken
nicht gesichert sind, ist die beste Empfehlung für den Schlafbereich
abgeschirmte Nachttischleuchten zu kaufen oder nicht abgeschirmte
Leuchten ggf. mit abgeschirmtem Kabel und einem 2poligen
Schnurzwischenschalter umzurüsten. Radiowecker und andere Verbraucher
sollten möglichst vom Bettbereich entfernt werden.
Netzfreischalter
Ein gutes Mittel, die Körperankoppelspannungen zu reduzieren, ist ein Netzfreischalter, den Sie aber unbedingt mit einem erfahrenen Baubiologen austesten sollten.
Der Netzfreischalter kann in den meisten Fällen in die Elektroverteilung eingebaut werden. Dort überwacht er den nachgeschalteten Stromkreis auf Stromverbrauch. Solange Strom fließt, weil ein Verbraucher eingeschaltet ist, tritt der Netzfreischalter nicht in Aktion. Wird aber der letzte Verbraucher z.B. die Nachttischleuchte abgeschaltet, trennt der Netzfreischalter den nachgeschalteten Stromkreis automatisch vom Netz. Somit steht keine Leitung im Schlafzimmer mehr unter Spannung und die Störfelder verschwinden.
Um bei Bedarf wieder Strom zur Verfügung zu haben, schickt der Netzfreischalter eine Prüfspannung zwischen 3 und 9V Gleichspannung auf das Netz und erkennt, wenn eine Lampe oder ein anderes Gerät eingeschaltet wird. Er gibt dann die Spannung sofort wieder frei.
Der Netzfreischalter funktioniert aber nur dann, wenn am betroffenen
Stromkreis keine Dauerverbraucher angeschlossen sind. Dies sind
zumeist heimliche Verbraucher in Form von Netzteilen oder
Transformatoren. Es kann aber auch ein Antennenverstärker auf dem
Dach oder ein anderes Gerät sein. Hier kann mit einem Funkfernschalter
Abhilfe geschaffen werden. Das Prinzip ist das Gleiche, nur schaltet
der Funkfernschalter nicht automatisch ab, sondern Sie bedienen ihn
mit einer kleinen Fernbedienung manuell.
Abschirmgewebe
Werden die elektrischen Felder von einem Kabel, einer Leitung oder einer anderen leitfähigen Stelle aus emittiert, die mit einem Netzfreischalter nicht abzuschalten ist, kann man mit entsprechenden Abschirmgeweben oder Abschirmfarben ebenfalls sehr gute Ergebnisse erzielen. Diese Materialien müssen unbedingt geerdet werden.
Aus Sicherheitsgründen ist in Räumen mit Netzfreischaltern oder mit
leitfähigen Flächen (Abschirmflies, Abschirmfarbe) ein
Fehlerstromschutzschalter mit max. 30 mA Auslösestrom vorzuschalten.
Sanierung nur vom Fachmann ausführen lassen
All diese Arbeiten dürfen nur von einem eingetragenen Elektrohandwerksbetrieb ausgeführt werden. Ferner gilt es zu beachten, dass solche Maßnahmen nur in einem TN-S bzw. TT- Netz durchgeführt werden dürfen.
Der erfahrene Baubiologe oder der Elektroinstallateur kann das für Sie erkennen. Eine Umrüstung des am häufigsten verwendeten TN-C Netzes ist nicht nur aus Gründen der Baubiologie ratsam.
Lassen Sie nach den Sanierungsarbeiten durch einen Baubiologen überprüfen, ob die Abschirmwirkung und Feldreduzierung Ihren Erwartungen entspricht.

