Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Wohngifte Formaldehyd

Formaldehyd

Formaldehyd ist das am meisten verbreitete Wohngift. Formaldehyd reizt die Schleimhäute, strapaziert die Atemwege, verursacht Allergien Kopfschmerzen und Krebs.

Die größten Mengen Formaldehyd findet man in Spanplatten, gerade in denen älterer Bauart. Man findet es aber auch in Farben, Lacken, Klebern, Reinigungsmitteln, Konservierungsmitteln und Desinfektionsmitteln.

Die für die Baubiologie interessanten Größenordnungen in der Raumluft gehen aber meist von verbauten Spanplatten, Spanunterträgern, Spanplattenmöbeln oder großflächig aufgebrachten Klebern aus.

Gesundheitsschäden durch Formaldehyd

Formaldehyd kann über die Haut, den Verdauungstrakt und die Atemwege aufgenommen werden. Noch am Ort der Aufnahme beginnt der Körper mit Schutzmaßnahmen unterschiedlicher Art (enzymatische, genetische und mukoziliare, das heißt vermehrte Schleimabsonderung und Bewegung der Flimmerhärchen).

Der Abbau von Formaldehyd im Körper geht sehr rasch vor sich. Beim Menschen erfolgt im Allgemeinen der Abbau des Formaldehyds zur Ameisensäure und schließlich zu Wasser und Kohlendioxid, das über die Lunge abgeatmet wird. Ein geringer Teil des aufgenommenen Formaldehyds wird als Ameisensäure über die Nieren ausgeschieden.

Bei Aufnahme über die Haut oder oral mit der Nahrung erreicht Formaldehyd so kaum die Blutbahn, denn bei der Aufnahme über die Haut wird es in den oberen Hautschichten, bei oraler Aufnahme im Magen abgebaut. Bei einer Belastung über die Atemwege werden 95 - 100 % des Formaldehyds in der Nase oder den oberen Atemwegen absorbiert und abgebaut. Nur geringe Mengen Formaldehyds erreicht die tieferen Bronchien und die Lunge.

Formaldehyd hat zellschädigende Wirkung. Vermutlich schädigt es die Proteine der Zelle. Da es auch die Nukleinsäuren angreift, hat es auch erbgutschädigende Wirkung.

Obwohl zur Toxizität von Formaldehyd zahlreiche Untersuchungen vorliegen, finden sich insbesondere zur chronischen Giftigkeit und zur krebserregenden Wirkung unterschiedliche Meinungen der Wissenschaftler.

Akut toxische Wirkungen

Im Gegensatz zu den Problemen, die sich im allgemeinen aus der Verwendung von Holzschutzmitteln ergeben, ist bei Formaldehydbelastungen im Wohnbereich mit akut toxischen Wirkungen zu rechnen. Im Vordergrund der akuten Wirkungen stehen Reizerscheinungen der Schleimhäute, die als »irritativ« bezeichnet werden, das heißt sie klingen nach Beendigung der Belastung ab. Individuell unterschiedlich scheint die Schwelle für die Auslösung derartiger Reizungen zu sein.

Daneben werden nach Einatmen von Formaldehyd Kopfschmerzen, Unwohlsein, Konzentrationsschwierigkeiten, Abgespanntheit, Nervosität und Gereiztheit beschrieben.

Bei sehr hohen Konzentrationen von 10ppm und mehr kann es zu Atemstörungen mit Husten und Tränenfluss bis hin zu Schleimhautnekrosen, Kehlkopfschwellung, Stimmritzenkrampf und Lungenödem (Lebensgefahr) kommen.

Im Zusammenhang mit Unfällen durch Verschlucken wässriger Formaldehydlösungen sind schwere Gewebeschädigungen oberer Abschnitte des Verdauungstraktes und sogar einige Todesfälle beschrieben worden. Formaldehyd ist laut Gefahrstoffverordnung als »giftig« einzustufen.

Chronische Schäden

Neben den akuten Wirkungen von erhöhten Formaldehyd-Konzentrationen in der Raumluft besteht auch die Gefahr chronischer Schädigung. Chronische Schäden auf eine bestimmte Substanz zurückzuführen, stellt Wissenschaftler jedoch immer wieder vor Probleme. So gibt es für Formaldehyd viele Hinweise auf chronische Schädigungen, jedoch nur wenige wissenschaftliche Beweise.

Bei Personen, die in ihrer Wohnung über längere Zeit einer erhöhten Konzentration von Formaldehyd ausgesetzt waren, werden häufig depressive Gemütszustände, Ängstlichkeit, Störung der Willenskraft, sowie der Denk- und Konzentrationsfähigkeit beobachtet. Diskutiert werden auch chronische Atemfunktionsstörungen, hier fehlt jedoch zur Zeit noch der klare Beweis.

Zweifelhafte Prüfverfahren

Die nach den Fertighausskandalen schadstoffreduzierte Spanplatte mit der Bezeichnung V100 oder E1 ist lediglich ärmer an Formaldehyd, sie ist nicht frei davon! Überhaupt sind die Prüfmethoden für die Gütesiegel der Klassen V100 und E1 von zweifelhafter Qualität.

In einer Prüfkammer mit einem Raumvolumen von einem Kubikmeter wird eine Spanplatte mit einer Oberfläche von insgesamt 1 qm eingebracht und darf die Luft in der Prüfkammer nach einer Stunde mit nicht mehr als 1ppm (parts per million) belasten. Vorsichtshalber wird dann die Raumluft in der Prüfkammer einmal pro Stunde gegen frische, formaldehydfreie Luft ausgetauscht, ganz so wie der Verbraucher es zu Hause wohl auch besser machen sollte. Einmal pro Stunde das ganze Haus gelüftet: das gäbe Sicherheit! So macht die Industrie ihre eigenen Gütesiegel!

Aber selbst wenn das Prüfverfahren strenger wäre: wie sieht es dann in Innenräumen aus, in denen 100 oder mehr qm Spanplatten verbaut wurden? Gerade im Dachausbau ist oft alles eingebrachte Material mit Formaldehyd belastet. Was bei diesen Raumluftkonzentrationen dann gefunden wird, ist schon gefährlich!

Artikelaktionen
Kontakt

Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie uns an!

Brüggen: 02163-80215

Solingen: 0212-312035